Die Friedrich-Breuer-Straße

Unglückliches Ende einer fast unendlichen Geschichte?

Friedrich-Breuer-Straße 02

Die Stadtverwaltung will die verunglückte Pflasterung durch Asphalt ersetzen. Schade!
Friedrich-Breuer-Straße

Flickerl-Teppich im Beueler Zentrum?
Friedrich-Breuer-Straße 03

Fotos: Peter Dach
Im Jahre 1993 wurde die Friedrich-Breuer-Straße mit Pflastersteinen sehr ansprechend gestaltet. Aber kaum dass die Arbeiten richtig abgeschlossen waren, zeigten sich schon erste Schäden: einzelne Steine lockerten sich und mussten – provisorisch, wie man glaubte – durch Asphalt-Flicken ersetzt werden. Sofort begann ein Streit um die Ursachen und die Frage, wer schuld daran ist, der natürlich alsbald vor Gericht ausgetragen wurde. Dieser Streit dauert bis zum heutigen Tage an, ohne dass es zu einer Klärung gekommen wäre. Der Streit und der Prozess sind eine eigene Geschichte von „Pleiten, Pech und Pannen“. So erwiesen sich unter anderem die Messgeräte eines Gutachters als defekt, was alle seine Messergebnisse verfälscht hatte.

Im Grunde ging es darum, ob die Baufirma beim Ausbau der Straße gepfuscht hatte, oder ob die Vorgaben der Stadt zum Schadensbild beigetragen hatten. Im Laufe dieses Streites lockerten sich immer mehr Steine und sie wurden durch Teer ersetzt, was zu dem heutigen furchtbaren Bild geführt hat. Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Beuel bemühte sich derweil nach Kräften, die Dinge voran zu treiben, sprich: zu einem vernünftigen Ende mit akzeptablem Straßenbild zu kommen und musste sich dabei auch noch mit der Stadtverwaltung wegen deren unverschämten Antworten auf ihre Großen Anfragen streiten.

Das Ende vom Lied ist nunmehr absehbar und für alle unerfreulich: Die Schuldfrage scheint unaufklärbar, der Steuerzahler bleibt zumindest auf einem großen Teil der Kosten sitzen und die frühere hübsche Gestaltung wird aufgegeben „zugunsten“ einer langweiligen Asphaltdecke, angeblich weil dies die Richtlinien nunmehr fordern. Die anliegenden Geschäftsleute sagen verständlicherweise: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, also besser eine saubere Asphalt-Lösung, als weiterhin dieser Flickerl-Teppich.

Wir sollten aber versuchen, die Pflasterung zumindest in den Bereichen, in denen sie funktioniert hat, zu erhalten, wie etwa am Doktor-Weis-Platz. Die Probleme liegen vor allem zwischen den Straßenbahnschienen. Alles kommt jetzt auf die Detail-Vorschläge der Verwaltung an, auf die wir ein wachsames Auge darauf haben werden. Und noch etwas: Kann man sich vorstellen, dass man dem Bonner Zentrum einen solchen Zustand so lange zugemutet hätte?!

Peter Dach