Beueler Impressionen
Die Wolfsburg
Dieses altertümliche Gemäuer ist die Wolfsburg in Vilich-Rheindorf. Wegen der entsprechenden Bezeichnung einer Straße und einer Haltestelle ist der Name heute sehr geläufig, dabei hat er im Laufe der Zeit mit den Besitzern häufiger gewechselt: Als Stammsitz der Familie Wolff von Rheindorf wurde sie im 13. Jahrhundert gegründet. Seit 1477 gehörte sie der Familie von Gymnich. Von dieser Zeit als Gymnicher Hof zeugt noch der Drachen in der Wetterfahne. Als der Hof zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die Familie Haas verpachtet wurde, bürgerte sich der Name „Hasenburg“ ein.Der älteste Teil ist der fast quadratische Turm aus dem 13. Jahrhundert. Die neueren Wirtschaftsgebäude haben dem Gesamteindruck nicht geschadet. Bis ins 20. Jahrhundert handelte es sich um eine veritable Wasserburg und die Gräben sind erst im Zuge des Deichbaus von 1924 verschwunden. Zuvor dürfte die Burg bei jedem Hochwasser in einem großen See gestanden haben.
Auf alten Karten ist sie in „absoluter Alleinstellung“ im Gelände zu erkennen. Das kann man heute nicht mehr sagen, ganz im Gegenteil. In jüngster Zeit wurden die südlich und östlich angrenzenden großen Weiden nämlich massiv bebaut und zwar bis dicht an die Burg, was die Wirkung des Denkmals deutlich beeinträchtigt. Leider hat man sich offensichtlich nicht an der gegenüber liegenden lockeren und harmonischen Tenten-Anlage orientiert.
Was lehrt uns das? Erstens, dass wir beim nächsten Mal noch kräftigeren Widerstand gegen die Wünsche eines Bauherrn leisten, der das Grundstück bis zum Letzten ausnutzen will, weil sich nur so sein Projekt rechne. Zweitens, dass es für die Wirkung eines Denkmals auch auf die Umgebung ankommt – das gilt offensichtlich nicht nur für den Kölner Dom, sondern auch schon für die Wolfsburg. Hoffen wir, dass sie die nächsten Jahrhunderte gut übersteht und eines Tages wieder in alter Wehrhaftigkeit zu erkennen ist.
Peter Dach










