Beueler Impressionen

Der Konrad-Adenauer-Platz

Konrad-Adenauer-Platz

Alte Situation vor dem Umbau
Konrad-Adenauer-Platz

Neue Haltestelle für die Linie 66 am Konrad-Adenauer-Platz
Konrad-Adenauer-Platz

Neue Haltestelle für die Linie 62
Konrad-Adenauer-Platz

Herausforderung: Wie schaffen wir eine richtige Platzsituation?
Konrad-Adenauer-Platz

Blick auf die Kennedybrücke
Der Konrad-Adenauer-Platz ist nach jahrzehntelanger Diskussion endlich umgebaut und präsentiert sich in neuem Gewand. Die Gestaltung der Haltestellen ist zwar nicht ganz so filigran, wie versprochen. Aber wenn man auf Fotos die alten Haltestellen sieht, kann man die Verbesserung nicht bestreiten: Die neuen Haltestellen machen einen ordentlichen und funktionalen Eindruck. Gegenüber dem berechtigten Einwand, dass es für den Nutzer früher bequemer war ohne die Aufspaltung der Straßenbahn-Haltestellen, ist darauf hinzuweisen, dass an der alten Stelle einfach keine zumutbaren Einstiegsmöglichkeiten für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer hinzukriegen waren, erst recht nicht für die beiden unterschiedlichen Wagentypen, mit denen Bonn geschlagen ist.

Gleichwohl dürfen wir uns mit dem Erreichten keineswegs zufrieden geben! Die Beueler SPD hat stets davor gewarnt, dass mit der Verlagerung der Haltestellen aus dem alten Platzbereich dort nicht diese autobahn-ähnlichen Zustände wie am anderen Ende der Kennedy-Brücke, auf der „Berliner Freiheit“ einreißen dürfen. Auch wenn die OB bei der Einweihungsveranstaltung gemeint hat, dass der Platz immer dem Durchgangsverkehr dienen und nie Aufenthaltsqualität bekommen werde, muss uns dies Ansporn sein, das Gegenteil zu beweisen! Wir haben den Geschäftsleuten über die viel zu lange Bauphase auch mit dem Versprechen hinweg geholfen, wie viel schöner es hinterher dort werde.

Neben vielen kleinen Maßnahmen im engeren Platzbereich kommt es hierfür auf die Bebauung am Ostrand, dem Bereich zwischen den Haltestellen an, die erst eine richtige Platzbildung be- und dem Durchreise-Charakter entgegen wirkt. Schon Hans-Georg Masuhr hatte sich in der Zeit der rot-grünen Mehrheit um diese Ostrandbebaung (wem fällt ein schönerer Begriff ein?) bemüht. Der beauftragten Baufirma war es aber nicht gelungen, einen Investor zu finden. Dann favorisierte in der vorigen Wahlperiode die CDU mit ihrer Mehrheit den unsäglichen, klotzigen Jasim-Plan, der erst von dem Bürgerbegehren hinweg gefegt wurde.

Nun, nachdem das Strukturgutachten zu behutsamem Ausbau der Geschäftsflächen rät, sollte man einmal einen ganz anderen Ansatz versuchen: Es kommt doch gar nicht auf eine möglichst hohe Ausnutzung des Grundstückes an. Ganz im Gegenteil schwärmen ältere Mitbürger immer noch vom mediterranen Flair des dortigen „Volksgarten“ mit seinen Agaven und dem Springbrunnen. Auch die konkrete Nutzung durch welchen „Ankermieter“ auch immer ist nicht die primäre Frage. Entscheidend ist die städtebauliche Gestaltung, die von diesem Gebäude bewirkt wird. Es soll das Eingangstor nach Beuel bilden und demjenigen, der von der Kennedy-Brücke herunter kommt, eindeutig signalisieren: „Du befindest Dich nicht nur auf der Durchgangsstraße, um Beuel möglichst rasch hinter Dir zu lassen, sondern Du kannst Dich hier aufhalten, es genießen und Deine Vorhaben erledigen.“

Dafür brauchen wir entlang der Verbindung von Limpericher- und Rheindorfer Straße ein architektonisch anspruchsvolles Gebäude, das die Maßstäblichkeit der Umgebung aufnimmt, vielleicht mit einem großen Durchgang zum Rathaus-Platz und viel Transparenz zum Rathaus-Garten. Es soll den Adenauer-Platz begrenzen und damit erst schaffen, auf dem sich die Fußgänger und Fahrgäste gerne aufhalten, etwa mit einem Brunnen, Grünanlagen, Außengastronomie und einem Kiosk. Immerhin handelt es sich um den wichtigsten Platz im rechtsrheinischen Bonn und da sollte man auf städtebauliche Qualität achten, die eine urbane Aufenthaltsatmosphäre schafft, zumal dies keine Frage der Kosten, sondern „nur“ der Ideen und der Gestaltung ist.

Da es sich um ein städtisches Grundstück handelt, dürfte es auch kein Problem sein, das Gewünschte und Erforderliche durchzusetzen. Übrigens war mit der Abrissgenehmigung des Eckgebäudes der ehemaligen Sparkasse die Auflage einer erneuten Bebauung verbunden. Nun, da der neu gestaltete Adenauer-Platz erkennbar ist, müsste es auch leichter fallen, Interessenten für die vorgeschlagene Bebauung zu gewinnen. Aber bitte nichts über’s Knie brechen – jetzt haben wir schon lange genug gewartet. Denn mit dem, was da hingestellt wird, müssen wir die nächsten Jahrzehnte leben. Also vorerst besser nix und Grün, als irgendein Murks, bis der große Wurf gelingt. Wir sollten möglichst alle überzeugt sein von der Lösung, die schließlich realisiert wird. Dafür gilt es jetzt, in die Hände zu spucken.

R. Peter Dach