Beueler Impressionen
Die Burg Lede
Auf diesen Fotos ist der Wassergraben um die Burg Lede endlich wieder einmal gefüllt. Die Aufnahmen wurden nämlich in einer Phase langandauernden hohen Wasserstands des Rheines gemacht und dann steigt auch das Grundwasser in den alten Flussarmen. (Nach diesem sogenannten Muchewasser war daher früher auch das Lokal gegenüber dem Beueler Hochbunker benannt.) Die Burg Lede steht in der deutlich erkennbaren Senke zwischen Geislar und Vilich. Der Vilicher Bach, der direkt neben der Burg durch diese Senke fließt und den Burggraben versorgen soll, schafft das seit ein paar Jahren nicht mehr.Die Senke zwischen Vilich und Geislar bildete vor dem Deichbau an Rhein und Sieg eine Ausdehnungsfläche für das Hochwasser. Und wenn unsere Vorfahren auch so schlau waren, im allgemeinen nicht in derartigen Überflutungsgebieten, sondern nur auf den Hügeln zu bauen, so haben sie damit doch nicht verhindert, dass die damalige Vilicher Pfarrkirche St. Paulus, die an der Nordkante des Vilicher Hügels stand, im Jahre 1765 vom Hochwasser unterspült und zum Einsturz gebracht wurde. Erst hernach wurde St. Peter die Pfarrkirche von Vilich, während sie zuvor dem Stift vorbehalten war.
Auch die Burg Lede hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Denn was uns dort so echt mittelalterlich anmutet, stammt in Wahrheit aus dem vorigen Jahrhundert. Im Jahre 1904 kaufte der Hüttenwerksdirektor Weinlig die ruinöse Anlage, die er in die heutige Gestalt brachte. Erst seither trägt die Burg den uns geläufigen Name, der auf die feuchte Senke hindeuten soll. Zuvor hatte die Burg im Laufe der Zeit immer wieder mit den jeweiligen Eigentümern auch ihren Namen gewechselt. Sie war in diversen kriegerischen Auseinandersetzungen arg mitgenommen und schließlich unbewohnbar geworden.
Heute wird die Burg vom Freiherrn von Loe gepflegt, der sie gerne für Veranstaltungen zur Verfügung stellt und dort einen Weinhandel betreibt.
R. Peter Dach












