Beueler Impressionen

Das Combahnviertel

Prof. Neu-Allee in Frühlingsblüte

Der Frühling macht sich breit!
Prof. Neu-Allee in Frühlingsblüte

Die Professor-Neu-Allee in voller Blüte
Prof. Neu-Allee in Frühlingsblüte

Professor-Neu-Allee im Beueler Combahnviertel
von-Sandt-Straße

Die von-Sandt-Straße
Rheindorfer Straße in Beuel

Die Rheindorfer Straße (Fotos: Peter Dach)
Das Combahnviertel bildet ein langgezogenes Dreieck, das vom Rhein, der St. Augustiner Straße und dem Bröltalbahnweg begrenzt wird. Es leitet seinen Namen nicht etwa von der Combahnstraße her. Vielmehr gehen beide Bezeichnungen auf die Siedlung Combahn zurück, eine Ortschaft von wenigen Häusern um zwei Siedlungskerne, die aber mit zu den Vorläufern oder Keimzellen des heutigen Beuel zählt. Der Name steht für einen Weg durch eine feuchte Senke. Der Flurnahme (In der) Gumme oder Kumme findet sich an weiteren Stellen mit Bezug zu alten Rheinarmen und zum Beispiel im Kottenforst werden viele Wege als „Bahn“ bezeichnet. „Combahnstraße“ ist insofern doppelt gemoppelt.

Die Straßenführung des Viertels orientiert sich an dem Vorschlag des beauftragten Kölner Baurates Stübben von 1901, auch wenn der Plan nie Rechtskraft erlangte. Die heutige Beliebtheit dieses Viertels dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich hier noch ein relativ einheitlicher Baubereich vom Beginn des vorigen Jahrhunderts findet, nahe zum heutigen Zentrum Beuels, bestens angeschlossen, aber doch überwiegend ruhig. Außerdem sind alle Straßen als Alleen gestaltet.

Die Häuser sind hier nicht so hochherrschaftlich wie in der Bonner Südstadt, wo die Wohnungen größer waren und die Raumhöhe bis zu 4,50 m erreicht. In Beuel geht es auch insofern bescheidener, eher kleinbürgerlich in Stuck-Ausstattung und Gestaltung zu. Mit immer noch bis zu 3,50 m Höhe sind die Wohnungen aber viel handhabbarer für unsere Verhältnisse und dennoch großzügiger als heutige Neubauten. Auch diese Beueler Reihenhäuser der Jahrhundertwende bilden geschlossene Karrés und die im Innern aneinander grenzenden Gärten überraschen als grüne Oasen der Ruhe, soweit sie nicht durch Garagenhöfe oder ähnliche Einrichtungen verhunzt wurden.

Die Bemühungen der Kommunalpolitik waren und sind auf den Erhalt dieses Viertels und seiner Eigenart ausgerichtet, das insbesondere von Schleichverkehr belästigt wird. Während der Rot-Grünen Mehrheit hatten wir daher auf der Kreuzung von Combahnstraße und Prof.-Neu-Allee eine Diagonalsperre eingerichtet. Sie sollte die wichtigen Verkehrsbeziehungen erlauben, aber Schleichverkehr unterbinden. Leider musste sie nach wenigen Tagen wieder beseitigt werden, weil eine private Baustelle in der Kaiser-Konrad-Straße die vorgesehene Umfahrung behinderte.

Diese eigentlich nur provisorische Aufhebung erwies sich im Nachhinein als dauerhaft, weil sich in zwei gut besuchten Lokalterminen gezeigt hatte, dass ein beachtlicher Teil der Anwohner nicht bereit war, gewisse Umwege in Kauf zu nehmen, und Zwangsbeglückungen von zweifelhaftem Wert sind. Inzwischen ist das Viertel so zugeparkt und der Straßenbelag so schlecht, dass auch damit die erwünschte Verkehrsberuhigung erreicht wurde. Aber ein wachsames Auge verdient das Viertel allemal.

Im übrigen ist der Name „Kaiser-Konrad-Straße“ nicht ganz richtig, sondern es müsste eigentlich „König-Konrad-Straße“ heißen. Denn der Name bezieht sich auf Konrad III., den damaligen Monarchen des „Heiligen römischen Reiches deutscher Nation“, der bei der Weihe der Schwarzrheindorfer Doppelkirche durch den Bauherrn und Reichskanzler Arnold von Wied am 24. April 1151 zugegen war. Konrad III. hat sich aber nie in Rom zum Kaiser krönen lassen.

R. Peter Dach