Mehr Sicherheit im Beueler Fahrradverkehr

Fahrradfahren in Bonn ist gefährlich: Obwohl nur etwa 12 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, sind 29 Prozent aller Verunglückten im Bonner Verkehr Fahrradfahrer. Das geht aus der polizeilichen Verkehrsstatistik hervor. Sogar 36 Prozent aller Schwerverletzten und Getöteten waren Radfahrer. Die Beueler SPD lädt deshalb am Mittwoch, 23. Mai, zu einer öffentlichen Fahrradtour zu den wichtigsten Problempunkten für den Radverkehr ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Gaststätte Rheinlust in der Rheinaustraße.

In Beuel ist Fahrradfahren offensichtlich besonders gefährlich: 102 verunglückte Radfahrer und Radfahrerinnen gab es 2017, ca. 16 Prozent mehr als im Jahr davor. Während in der gesamten Stadt die Zahl der verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen um fünf Prozent zurückging, stieg sie in Beuel. Wir alle wollen mehr umweltverträglichen Radverkehr, auch um den Verkehrsinfarkt in Bonn zu vermeiden. Also höchste Zeit, sich um mehr Sicherheit auf dem Fahrrad zu kümmern!

Die Beueler SPD lädt deshalb zu einer öffentlichen Fahrradtour zu den wichtigsten Problempunkten für den Radverkehr ein.

Wo sind die größten Probleme beim rechtsrheinischen Radverkehr?

Helfen kann hier eine Auswertung des „Bonner Fahrrad-Dialogs“, eine Online-Befragung zum Radverkehr in Bonn im letzten Jahr, bei dem insgesamt 2.300 Verbesserungsvorschläge und über 10.000 Kommentierungen hierzu gemacht worden. Knapp ein Fünftel aller Vorschläge betreffen den Stadtbezirk Beuel.

Keine Überraschung: Wichtigste Problemschwerpunkte sind der Konrad-Adenauer-Platz und die Kennedybrücke. Kritisiert werden eine unübersichtliche Verkehrsführung, mangelnde Sicht, unsichere Straßenquerungen und Behinderungen durch Autos und Busse. Kein Wunder, denn die Verkehrsführung für RadfahrerInnen ist dort nach wie vor alles andere als sicher und übersichtlich. Ausreichend Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer ist nur möglich, wenn allen ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Hinzu kommt, dass die Radwege auf der Kennedybrücke unzureichend ausgezeichnet sind und für ortsunkundige Fußgänger nicht sofort erkennbar. Hier muß die Bodenmarkierung verbessert werden. Das Ziel: durchgehende, barrierefreie Nord-Süd- und Ost-West-Schnellverbindungen

Zweiter Schwerpunkt sind die Radwege am Rhein. Grundsätzlich ist eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung am Rhein entlang ein großes Plus, aber die Nachfrage ist so groß, dass die bestehenden Radwege viel zu eng geworden sind. Und das, obwohl am Rhein entlang überwiegend genügend Platz für breitere Radwege in beiden Richtungen wäre!

Fehlende Beleuchtung wird außerdem nicht nur in der Rheinaue, sondern auch am Bröhltalweg bemängelt.

Ebenfalls häufig genannt wurde die Königswinterer Straße. Sie ist als weitere Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr in Beuel besonders wichtig, verfügt aber nur über völlig unzureichende Fahrradwege: viel zu eng, ständig zugeparkt, nicht richtig ausgeschildert und insgesamt zu gefährlich. Hier ist der bereits diskutierte Umbau der Königswinterer Straße mit durchgehendem Fahrradweg überfällig!

Im Fahrraddialog wird auch eine durchgehende Ost-West-Verbindung zwischen Beuel und Siegburg thematisiert. Dies betrifft die Siegburger Str. ebenso wie St. Augustiner Str. (B56). Auch wenn entlang der B 56 mittlerweile teilweise eigene Fahrradspuren geschaffen wurden, ist ein durchgehender Fahrradschnellweg noch nicht erreicht. Dieser wäre für den dringend nötigen Umstieg auf das Fahrrad im Berufsverkehr aber Voraussetzung.

Zudem wird im gesamten Stadtgebiet, auch in Beuel, über viele Behinderungen auf Fahrradwegen geklagt. Entweder sind Fahrradwege zu schmal (Beispiel Königswinterer Str.) oder werden zugeparkt, sind unbefahrbar durch Bewuchs oder Schlaglöcher, Unebenheiten und Brüche, oder es fehlen Markierungen und Beschilderungen.

Zusätzlich wird auf fehlende bzw. unzureichende Fahrrad- Abstellanlagen hingewiesen, z.B. am Ennertbad oder auch am Beueler Bahnhof.

Fazit: Es gibt einen großen Investitionsbedarf für den Radverkehr, auch in Beuel. Jetzt kommt es auf die schnelle Umsetzung der Vorschläge des Fahrrad-Dialogs an.Wir wollen uns die wichtigsten Problempunkte anschauen und fahren von der Rheina ustraße über den Konrad-Adenauer-Platz, Friedrich-Breuer-Str., Obere Wilhelmstraße zur Siegburger Str./Königswinterer Straße. Die Tour wird etwa eineinhalb Stunden dauern.