Quartiersentwicklung rund ums Pantheon: Übergangslösungen sind jetzt gefragt

In der Diskussion um die Quartiersentwicklung rund ums Pantheon bleibt Bonns Theaterchef Bernhard Helmich unerbittlich: Weder der Lampensaal noch der Alte Malersaal auf dem Gelände der Jutefabrik könnten der freien Kulturszene oder für andere Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Die Beueler SPD hatte zum Thema Quartiersentwicklung zu einer Podiumsdiskussion ins Pantheon eingeladen, wo über die Entwicklung des Geländes sehr kontrovers diskutiert wurde. Viele Bonner Bürger, die sich zu Wort meldeten, hatten keinerlei Verständnis dafür, dass auch zwei Jahre nach dem Umzug des Pantheons von Bonn nach Beuel noch kein Schritt in Richtung Kulturmeile getan wurde.

Moderator Wolfgang Zimmer (rechts) befragte auf Einladung der Beueler SPD (von links) Theaterintendant Bernhard Helmich, Stadtbaurat Helmut Wiesner, Pantheon-Chef Rainer Pause, Zukunftsforscherin Johanna Schäfer und den Sprecher der Beueler SPD, Martin Hennicke. Bild: Rainer Eikel

Stadtbaurat Helmut Wiesner verwies auf Pläne, die zunächst vom Stadtrat abgesegnet werden müssten, bevor die praktische Umsetzung beginnen könnte. Auch auf Fragen des Moderators Wolfgang Zimmer, ob es nicht wenigstens vorübergehende Lösungen geben könnte, zeigten sich Theaterintendant und Stadtbaurat eher verschlossen. Bernhard Helmich verwahrte sich auch vor Forderungen, Teile der Theaterwerkstätten in der Nachbarschaft des Pantheons für die gewünschte Quartiersentwicklung freizugeben. Auch der Malersaal und der Lampensaal, die derzeit leerstehen, müssten dem städtischen Theater für Notfallzwecke zur Verfügung stehen. Gerade in diesen beiden Sälen könnte nach der Vorstellung der freien Kulturszene neues Leben in der toten Umgebung des Pantheons entstehen.

Die Stadtentwicklerin und Zukunftsforscherin Johanna Schäfer, die ebenfalls auf dem Podium saß, war über die starre Haltung der Stadtverwaltung sichtlich verärgert. Sie plädierte für mehr Übergangslösungen, die niemanden störten und bei Bedarf auch wieder entfernt werden könnten. „Auf den Freiflächen an der Siegburger Straße kann sich so viel entwickeln, wenn man die Menschen nur lässt“, mahnte sie schnelle Lösungen an. Die könnten in Form von „Tiny Houses“, mobilen Einrichtungen mit unterschiedlichen Zwecken wie Ausstellungen und Bürgerwerkstätten, schnell realisiert werden.

Auch Rainer Pause, der Chef des Kabaretttheaters Pantheon, bedauerte, dass sein Theater nach wie vor allein auf weiter Flur steht. Die Stadt habe ihm vor dem Umzug des Pantheons vor zwei Jahren zugesagt, dass die Umgebung des Theaters mit alternativer Kultur, Gastronomie und Unternehmen der Kreativwirtschaft aufgewertet werde.Er forderte aber auch die Bonner auf, selbst initiativ zu werden und Ideen einzubringen.

Für Martin Hennicke, der die Beueler SPD in der Podiumssitzung vertrat, ist jetzt eine Politik der kleinen Schritte notwendig: „Die Stadt darf nicht weiter auf den Sankt-Nimmerleinstag verweisen. Und die engagierten Bürger und Initiativen sollten einmal kleine, konkrete Vorschläge entwickeln, mit denen es auf dem Gelände vorangeht.“ Als Beispiele nannte Hennicke die Einrichtung eines Gemeinschaftsgartens oder andere Nutzungen für die Außenflächen. Er sei froh, dass Stadtbaurat Wiesner dazu seine Gesprächsbereitschaft zugesagt habe.