Bonn: Armut in der reichen Stadt

Jeder 4. Bonner ist arm. Das ermittelte unlängst das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, die wissenschaftliche Stimme der deutschen Wirtschaft. Dieses Institut argumentiert in seiner Studie zurecht, dass sich die Armutsmessung am Niveau der jeweiligen Lebenshaltungskosten in den Regionen Deutschlands orientieren muss. Und siehe da: Da die Lebenshaltungskosten (einschließlich der Mieten) in Bonn besonders hoch sind, ist nicht etwa jeder 5. Bonner, wie bisher angenommen arm, sondern gemessen an der Kaufkraft bereits jeder vierte Bonner (exakt 24,9 %). Darüber wollen wir am Sonntag, 22. September, um 11 Uhr im Pantheon diskutieren.

Aber damit nicht genug: Die einstige „Boomtown Bonn“ hat mittlerweile mit 6,6 % eine über dem Bundesdurchschnitt liegende Arbeitslosigkeit. Und noch schlimmer: In Bonn steigt die Bildungsarmut. Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ist innerhalb von 2 Jahren um zwei Prozentpunkte gestiegen und der Anteil der Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung liegt in Bonn mit 13,5% mittlerweile deutlich über dem Bundesdurchschnitt, wie eine neue Studie der Caritas zeigt.

Was ist da los? Und was muss die Stadt tun, um Armut endlich wirksam zu bekämpfen? Darüber wollen der Bonner DGB-Vorsitzende Bernd Weede, der Vorsitzende der Bonner Tafel, Horst Tontarski, Ulrich Hamacher von der Diakonie, die Sozialexpertin Dörte Schall und die SPD-Ratsfrau Petra Maur diskutieren. Der Journalist Wolfgang Zimmer moderiert die Veranstaltung.
Am Sonntag, 22. September, ab 11.00 Uhr im Pantheon-Theater in Beuel, Siegburger Straße.“