SPD diskutierte im Pantheon über Armut in der reichen Stadt

In diesem Jahr haben wir mit drei Veranstaltungen zu den zentralen Themen Verkehrswende, Wohnungsnot und Armut die inhaltlichen Vorbereitungen für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr begonnen. Alle Sonntags-Matinee-Veranstaltungen waren durchweg gut besucht, beim Thema Verkehrswende sogar mit ca. 200 Besuchern. Die letze Diskussion am 22. September ging um das Thema Armut. Denn obwohl Bonn als „Boomtown“ gilt, lebt jeder vierte Bonner in relativer Armut.

Moderator Wolfgang Zimmer (links) diskutierte mit der Sozialdezernentin Dörte Schall, dem Bonner Diakonie-Vorsitzenden Ulrich Hamacher, der SPD-Stadtverordneten Petra Maur, dem "Tafel"-Vorsitzenden Horst-D. Tontarski und dem Bonner DGB-Chef Bernd Weede über Armut in Bonn. Bild: Dieter Noth

Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ermittelt, die wissenschaftliche Stimme der deutschen Wirtschaft.

Unter der Moderation des Journalisten Wolfgang Zimmer benannte die Beueler Stadtverordnete Petra Maur auch gleich zwei „hausgemachte“ Ursachen für Armut in Bonn: Die Wohnungsnot mit ihren hohen Mieten sowie die 1800 fehlenden Kita-Plätze, die dazu beitragen, dass Eltern und viele Alleinerziehende nicht arbeiten können. Der Bonner DGB-Vorsitzende Bernd Weede verwies auf die mittlerweile überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit in Bonn und machte außerdem klar: „Würden die vielen Menschen im Niedriglohnsektor einen anständigen Lohn für ihre Arbeit bekommen, wären sie nicht arm“.

Aber damit nicht genug: In Bonn steigt auch die Bildungsarmut. Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss ist innerhalb von 2 Jahren um zwei Prozentpunkte gestiegen und der Anteil der Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung liegt in Bonn mit 13,5% mittlerweile deutlich über dem Bundesdurchschnitt, wie eine neue Studie der Caritas zeigt.

Armutsbekämpfung ist also auch auf kommunaler Ebene möglich, waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Durch mehr kommunalen Wohnungsbau, mehr Kita-Plätze und Bildungsangebote, bei denen möglichst kein Schüler ohne Abschluss bleibt.“